da sei es kein Wunder, dass sie weiter Stimmen an die Linke verliere. Auch die Grünen müssten sich darauf zurückbesinnen, dass sie „Bündnis 90“ in ihrem Namen stehen haben, das Bündnis der Demonstranten gegen die linke SED. Die CDU hingegen verliere Wähler an das Lager der Nichtwähler, die mittlerweile „größte Fraktion“ in Deutschland. Um diese Nichtwähler müsse sich die Union verstärkt kümmern, eine glaubhafte, ehrliche Politik sei dabei nötig, sowie eine tiefgehende Beschäftigung mit dem Thema Rente. Dem demagogischen Talent eines Lafontaine müsse man die inhaltliche Auseinandersetzung mit den Themen entgegensetzen. Es komme nicht von ungefähr, dass ein Gregor Gysi in der rot-roten Regierung in Berlin als Wirtschaftssenator gerade einmal ein halbes Jahr durchgehalten habe, um dann aufzugeben. Sogar der Spiegel habe einst festgestellt, dass Lafontaine in der Praxis total versagt habe. „Man wird als Politiker nämlich letztlich an der Leistung gemessen“, stellte Mappus fest, „die Umverteilungsphantasien der Linken sind praxisfeindlich“. Ein gesunder Arbeitsmarkt mit guten Chancen für Alle sei nur in einer freiheitlichen Marktwirtschaft möglich, Baden-Württemberg stehe hier sehr gut da.
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Die Bildung von Mehrheiten für eine Regierung sei viel komplexer geworden, so Mappus. „Aber die CDU ist der Garant dafür, dass Deutschland weiterhin regierbar bleibt“, betonte der Pforzheimer Abgeordnete. Die Union brauche dabei ein klares Profil. Beispielsweise dürfe man in einer Koalition das Bildungsministerium nicht hergeben, wenn es sich nicht vermeiden lasse, denn das Bildungswesen sei eine der Kernaufgaben einer Regierung überhaupt. Wichtig sei aber auch die Darstellung in der Öffentlichkeit. „Medien sind immer wieder zu parteiisch. Sie müssen im Sinne einer vollständigen Berichterstattung die Linke viel kritischer betrachten als dies der Fall ist, sonst verzerrt sich das Bild“, so eine weitere Kernaussage von Stefan Mappus.
In der anschließenden Diskussion, die der Ettlinger Stadtverbandsvorsitzende der CDU, Prof. Dr. Albrecht Ditzinger leitete, wurde dem Fraktionsvorsitzenden eingehend auf den bildungspolitischen Zahn gefühlt. Viel zu spät habe man in Stuttgart erkannt, welch Wellen z.B. „Französisch an der Rheinschiene“ schlage, entgegnete Mappus. Er trete für das dreigliedrige Schulsystem ein, Baden-Württemberg sei damit gut gefahren. Auch das G 8 hält Mappus für richtig, denn es sei Fakt, dass in allen anderen europäischen Ländern Absolventen von Schule und Universität um eines oder einige Jahre früher auf den Arbeitsmarkt kommen und dies ohne erkennbare Abstriche in der Ausbildung. Dies könnten deutsche Schüler ja wohl auch, so die Argumentation. Mehr Aufmerksamkeit müsse in Zukunft dem Segment der Hauptschule gewidmet werden sowie der Schulreife eines Kindes. Der Bildungsprozess beginne heute vor der Einschulung.
