Im Rahmen der Führung erfuhren die TeilnehmerInnen, dass es sich beim Laufwasserkraftwerk Iffezheim um eines von zehn Wasserkraftwerken am Oberrhein zwischen Basel und Karlsruhe handelt. Auf der Grundlage eines deutsch-französischen Vertrages von 1969 entstand in den Folgejahren direkt im Flusslauf die Staustufe Iffezheim. Zu dieser Staustufe gehören ein Kraftwerk, ein Wehr, eine Doppelschleuse und in Iffezheim seit 2000 auch ein Fischpass. Aus ökologischen Gründen wurde der Bau der Fischtreppe notwendig, um die Wanderung der Fische rheinaufwärts zu ermöglichen und diese die Barriere der Staustufe überwinden lassen zu können. Für die Forschung ist damit auch die Möglichkeit gegeben, die Fische zählen und dokumentieren zu können. Der Fischpass liefert Aufschlüsse über das Ökosystem und den Zustand des Rheines.
Das Rheinkraftwerk gehört jeweils zur Hälfte der EnBW und der EDF Electricite de France. Es läuft vollautomatisch und wird - wie die anderen neun Wasserkraftwerke am Rhein - von Kemps gesteuert. In der Tiefe unterhalb der Turbinen konnten alle einen Eindruck von der Gewalt der die Turbinen durchströmenden Wassermassen gewinnen. In der unmittelbaren Umgebung des Maschinenraumes konnten die Vibrationen der rotierenden Turbinen deutlich gespürt werden. Die Laufräder sind gigantisch und haben einen Durchmesser von 5,80 Meter.
Im Anschluss an die Führung durch das Wasserkraftwerk konnte außerdem noch das Betriebsgelände sowie die Baustelle für die Erweiterung des Wasserkraftwerkes besichtigt werden. Die derzeit noch im Bau befindliche fünften Rohrturbine wird 2012 fertig gestellt sein und dann 75.000 Menschen zusätzlich mit aus Wasserkraft erzeugtem Strom versorgen. Nach Beendigung dieser Baumaßnahme wird das Rheinkraftwerk Iffezheim eines der größten in Europa sein.
Für die TeilnehmerInnen bestand ferner noch die Möglichkeit, einen Einblick in die Leitwarte zu bekommen, um zu sehen, wie die Steuerung des Kraftwerks kontrolliert und wie bei Bedarf eingegriffen werden kann. Die TeilnehmerInnen konnten außerdem sehen, wie viel Müll angeschwemmt wird, aufwendig abgefischt und entsorgt werden muss. Damit leistet das Kraftwerk auch einen großen Beitrag zur Sauberkeit des Rheines und Sicherheit der Schifffahrt. Während der Begehung der Anlage wurde den TeilnehmerInnen die Bedeutung der Staustufen erst richtig bewusst, denn die Rheinschifffahrt wurde erst durch diese ermöglicht. Die Fließgeschwindigkeit des Rheines wurde durch diese verringert und der Rhein konnte zur kontrollierten Stromgewinnung genutzt werden.
Fazit: Der Ausflug zum Laufwasserkraftwerk Iffezheim stieß bei allen TeilnehmerInnen auf reges Interesse und fand großen Anklang!
